Kurze Antwort: Die neuen RegioJet-Auslandsstrecken, am 19. Juni 2026 bei Schienen-Control, der österreichischen Eisenbahnregulierungsbehörde, angemeldet, umfassen fünf grenzüberschreitende Relationen: Prag–Linz–Salzburg–München, Wien–Prag–Warschau–Przemyśl, Kattowitz–Wien–Graz–Maribor–Zagreb–Rijeka, Prag–Wien–Salzburg–Innsbruck–St. Anton am Arlberg sowie eine kurze Alpenverbindung zwischen Schwarzach-St. Veit, Bad Gastein und Mallnitz-Obervellach. RegioJet zielt auf den Netzfahrplan, der am 12. Dezember 2027 beginnt. Nichts ist bislang buchbar: Es handelt sich um Anmeldungen bei der Behörde, nicht um fahrende Züge.
Europas Open-Access-Bahnbetreiber zeichnen die Landkarte weiter neu, und der jüngste Schritt kommt aus Tschechien. In einer von Schienen-Control am 19. Juni 2026 veröffentlichten Meldung hat RegioJet die Absicht erklärt, fünf neue eigenwirtschaftliche Personenverkehrsdienste mit Österreich-Bezug zu betreiben. Zusammen würden sie Bayern, Böhmen, Polen, die Alpen und die kroatische Küste zu einem Netz eines Low-Cost-Betreibers verknüpfen. Wer ohnehin schon Zug, Bus, Mitfahrgelegenheit und Flug auf Gopaxo vergleicht, sollte sich diese Ankündigung für die Reiseplanung 2027 merken.
Die fünf neuen RegioJet-Auslandsstrecken im Überblick
Die Veröffentlichung von Schienen-Control listet die von RegioJet angemeldeten Relationen — jeweils in beiden Richtungen:
Prag – Linz – Salzburg – München
Eine grenzüberschreitende Tagesverbindung zwischen der tschechischen Hauptstadt und Bayern über Oberösterreich. Heute bedeutet diese Reise meist einen Umstieg; ein direkter RegioJet-Zug brächte Prag, Linz, Salzburg und München auf ein einziges Ticket.
Wien – Břeclav – Prag – Warschau – Przemyśl
Eine Erweiterung der tschechisch-polnischen Ambitionen von RegioJet bis nach Przemyśl an Polens Ostgrenze — jener Bahnhof, den Reisende Richtung Ukraine nutzen.
Kattowitz – Wien – Graz – Maribor – Zagreb – Rijeka
Die Schlagzeile für Sommerreisende: eine Verbindung von Oberschlesien in Polen über Österreich und Slowenien bis an die kroatische Küste nach Rijeka. RegioJet hat auf dem Adria-Korridor bereits Erfahrung, und diese Anmeldung gäbe polnischen und österreichischen Fahrgästen einen Direktsitz ans Meer.
Prag – Wien – Linz – Salzburg – Bischofshofen – Innsbruck – St. Anton am Arlberg
Ein Zug für den Schnee: St. Anton am Arlberg ist einer der bekanntesten Wintersportorte Österreichs, und ein Direktzug aus Prag und Wien zielt klar auf Wintersportler, die heute mit Auto oder Flugzeug anreisen.
Schwarzach-St. Veit – Bad Gastein – Mallnitz-Obervellach
Ein kurzer, aber strategischer Alpenabschnitt im Tauern-Korridor, der Gebirgsübergang zwischen Salzburg und Kärnten — und weiter südlich Richtung Italien und Slowenien.

Warum der 12. Dezember 2027 zählt
Die Anmeldung ist kein Marketing-Teaser, sondern ein rechtlicher Schritt. Nach EU- und österreichischem Recht muss ein Betreiber, der einen eigenwirtschaftlichen (Open-Access-)Verkehr aufnehmen will, dies mindestens 18 Monate vor Inkrafttreten des Netzfahrplans melden, für den er Fahrwegkapazität bestellen möchte. RegioJet hat im Juni 2026 für den Fahrplan ab 12. Dezember 2027 gemeldet — den jährlichen europäischen Fahrplanwechsel, der stets auf den zweiten Sonntag im Dezember fällt.
Bis dahin ist noch einiges offen: Die Behörde kann einen wirtschaftlichen Gleichgewichtstest durchführen, wenn ein Besteller eines öffentlichen Dienstleistungsauftrags Einspruch erhebt; die Infrastrukturbetreiber in Österreich, Deutschland, Tschechien, Polen, Slowenien und Kroatien müssen Trassen zuteilen; und RegioJet braucht Fahrzeuge und Lokführer. Eine solche Anmeldung ist eine ernst gemeinte Absicht — aber keine Garantie.
Was sich für Fahrgäste ändern würde
RegioJet hat sich seinen Ruf mit günstigen, komfortablen Open-Access-Zügen in Tschechien und der Slowakei erarbeitet: Bordservice inklusive, aggressive Preise. Der Markteintritt auf neuen Korridoren drückt historisch die Fahrpreise und erhöht die Auswahl — dieselbe Dynamik, die die Rückkehr der Nachtzüge in Europa in den letzten zwei Jahren so sichtbar gemacht hat.
Konkret, falls diese Strecken fahren:
- Prag–München wird zur direkten Tagesverbindung statt zum Umstieg.
- Polen–Kroatien erhält einen zweiten saisonalen Bahnkorridor neben dem Nachtzug Adriatic Express.
- St. Anton am Arlberg bekommt eine Fernverbindung aus Böhmen, in Konkurrenz zu railjet und Nightjet der ÖBB auf derselben Achse.
- Die Preise auf Wien–Prag und Salzburg–München bekämen einen neuen Low-Cost-Herausforderer.
Bis Tickets verfügbar sind, bleibt der praktische Rat gleich: Vergleichen Sie für Reisen 2026 und 2027 auf diesen Korridoren Zug, Bus, Mitfahrgelegenheit und Flug nebeneinander, statt anzunehmen, dass ein Verkehrsmittel immer gewinnt.
Häufige Fragen
Kann man die neuen RegioJet-Auslandsstrecken schon buchen?
Nein. Im Juli 2026 handelt es sich um behördliche Meldungen, nicht um kommerzielle Angebote. Es gibt weder Fahrpläne noch Preise oder Verkaufsstart-Termine; Ziel ist der Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2027.
Sind das Nachtzüge oder Tageszüge?
Die Meldung von Schienen-Control nennt die Relationen, nicht die Zuggattung. Die Korridore Kattowitz–Rijeka und St. Anton sind die Art langer Freizeitstrecken, die RegioJet in der Vergangenheit mit Nachtzügen bedient hat, während Prag–München nach einer Tagesverbindung aussieht.
Fährt RegioJet bereits in Österreich?
Ja. RegioJet ist ein tschechischer Open-Access-Betreiber, der bereits grenzüberschreitende Züge und Busse in Mitteleuropa betreibt, darunter Verkehre mit Bezug zu Österreich, der Slowakei, Ungarn und Kroatien. Das Profil finden Sie auf der RegioJet-Unternehmensseite.
Könnten die Strecken verhindert werden?
Sie könnten gekürzt oder verschoben werden. Regulierungsbehörden können prüfen, ob ein neuer eigenwirtschaftlicher Verkehr das wirtschaftliche Gleichgewicht eines bestehenden öffentlichen Dienstleistungsauftrags gefährdet, und die Kapazität auf stark belegten Alpenabschnitten ist knapp. Die Anmeldung ist der erste Schritt, nicht der letzte.
Zusammenfassung
- RegioJet hat Schienen-Control am 19. Juni 2026 fünf neue internationale Relationen gemeldet, Ziel ist der Fahrplan ab 12. Dezember 2027.
- Die Strecken: Prag–Linz–Salzburg–München; Wien–Prag–Warschau–Przemyśl; Kattowitz–Wien–Graz–Maribor–Zagreb–Rijeka; Prag–Wien–Salzburg–Innsbruck–St. Anton am Arlberg; und Schwarzach-St. Veit–Bad Gastein–Mallnitz-Obervellach.
- Die 18-monatige Vorlaufzeit ist gesetzlich vorgeschrieben — deshalb erfolgt die Meldung 18 Monate vor dem Zielfahrplan.
- Buchbar ist noch nichts: Genehmigungen, Trassen und Fahrzeuge liegen zwischen Anmeldung und fahrendem Zug.
- Vergleichen Sie in der Zwischenzeit weiter Bahn, Fernbus, Mitfahrgelegenheit und Flug auf diesen Korridoren — Grundlagen zu Buchungsfenstern in unseren häufigen Fragen.



