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Eurostar Celestia: 50 neue Doppelstockzüge bis 2031

50 neue Alstom-Celestia-Züge von Eurostar bringen 30 % mehr Kapazität und direkte Verbindungen London–Frankfurt und London–Genf. Der Zeitplan 2026.

Kurze Antwort: Eurostar hat 50 neue Alstom-Doppelstockzüge „Celestia" für rund 2,7 Milliarden Euro bestellt; die ersten Einheiten gehen im Mai 2031 in Betrieb. Die neue Flotte bringt rund 30 % mehr Kapazität auf den bestehenden Strecken und ermöglicht zwei neue Direktverbindungen: London–Frankfurt (etwa 5 h) und London–Genf (etwa 5 h 20). Am 11. Mai 2026 haben Eurostar, die SBB und SNCF Voyageurs eine Absichtserklärung zur Entwicklung des Schweizer Asts unterzeichnet, und am 16. Juni 2026 hat der Schweizer Bundesrat den nächsten Planungsschritt genehmigt.

Wer im Hochsommer schon einmal einen ausgebuchten Eurostar erlebt hat, kennt die Botschaft: mehr Sitzplätze, mehr Züge, mehr Ziele. Celestia ist außerdem der erste Doppelstockzug in der Geschichte von Eurostar — ein Strukturwandel mit Folgen fürs Boarding, das Gepäck und die Grenzkontrollen. Was ist bestätigt, was ist noch in Verhandlung, und was ändert sich für Reisende, die in Europa Zug und Flugzeug vergleichen?

Was die Celestia-Bestellung wirklich enthält

Der Vertrag wurde im Oktober 2024 zwischen Eurostar und Alstom über 50 Avelia-Horizon-Garnituren unter dem Namen Celestia unterzeichnet. Die Bestellung hat ein Volumen von rund 2,7 Milliarden Euro; die Fertigung verteilt sich auf Alstoms französische Standorte (La Rochelle, Belfort, Villeurbanne, Reichshoffen, Ornans, Le Creusot, Tarbes) sowie auf Werke in Belgien und Deutschland.

Drei Punkte unterscheiden Celestia von jedem bisherigen Eurostar:

  • Es ist der erste Doppelstockzug (bi-level) des Betreibers. Die heutigen e320 und e300 sind einstöckig. Die neue Konfiguration ermöglicht 20 % mehr Sitzplätze pro Zug, rund 540 Plätze pro Garnitur.
  • Er ist für 100 % erneuerbaren Strom ausgelegt und soll den Energieverbrauch pro Fahrgast im Vergleich zur heutigen Generation um rund 30 % senken.
  • Er ist auf die Ärmelkanal-Erweiterung ausgelegt, nicht nur auf dichteren anglo-französischen Verkehr.

Die ersten Auslieferungen sind für 2031 geplant, die Inbetriebnahme ab Mai 2031 und der Hochlauf im Laufe des Jahrzehnts.

Der Terminal St Pancras International in London, das britische Ende des Ärmelkanaltunnels und künftiger Startpunkt der erweiterten Eurostar-Dienste

Direktverbindungen London–Frankfurt und London–Genf: die Meilensteine 2026

Die neue Flotte ist die Voraussetzung für die lange erwartete Eurostar-Offensive in Deutschland und die Schweiz. Die Planung der neuen Strecken ist in diesem Jahr in zwei klaren Schritten vorangekommen:

  • 11. Mai 2026 — Eurostar, die SBB (Schweizerische Bundesbahnen) und SNCF Voyageurs haben eine dreiseitige Absichtserklärung zur Entwicklung einer direkten Verbindung London–Schweiz unterzeichnet. Genf ist das Ankerziel; Zürich und Basel werden geprüft.
  • 16. Juni 2026 — der Schweizer Bundesrat hat den Ausbau der Planung für Direktverbindungen mit London beschlossen; eine formelle Entscheidung über die nächsten Schritte wird bis Ende 2027 erwartet.

Die veröffentlichten Reisezeiten sind:

| Strecke | Zielfahrzeit | | --- | --- | | London → Frankfurt (über Köln) | etwa 5 h | | London → Genf | etwa 5 h 20 | | London → Zürich (in Prüfung) | etwa 6 h | | London → Basel (in Prüfung) | etwa 5 h | | Amsterdam → Brüssel → Genf | noch offen |

Es werden die ersten durchgehenden Bahnverbindungen zwischen dem britischen Festland und der Schweiz im kommerziellen Betrieb sein. Heute führt der einzige Weg von London nach Genf im Zug über Paris, meist mit Umsteigen und Gepäckwechsel in der Gare du Nord — genau der Reibungsverlust, den Celestia beseitigen soll.

Der Engpass: das Depot Temple Mills

Zwischen Eurostar und den neuen Strecken steht ein strukturelles Hindernis: die Kapazität des Depots Temple Mills im Nordosten Londons. Es ist die einzige britische Anlage, die Züge mit kontinentaler Spurweite warten kann, und sie stößt bereits an ihre Grenzen. Das Office of Rail and Road prüft die konkurrierenden Anträge von:

  • Eurostar (der etablierte Betreiber, der Kapazität für die Celestia-Flotte beantragt);
  • Virgin Trains (die im Oktober 2025 die regulatorische Freigabe für London–Paris erhalten hat);
  • Evolyn (ein spanisch gestützter Open-Access-Betreiber);
  • Gemini Trains (ein britisches Start-up, das eine Verbindung London–Köln bis 2030 vorbereitet).

Die Entscheidung über die Zuteilung der Depotslots wird in der Praxis bestimmen, wie viele der neuen Anbieter tatsächlich fahren. Wird Temple Mills auf vier Betreiber aufgeteilt, wird das Londoner Ende des Tunnels erstmals seit 1994 wirklich wettbewerblich.

Was ändert sich für Reisende Zug vs. Flug?

Auf den Achsen London–Paris und London–Brüssel, wo Eurostar bereits fährt, bedeutet Celestia vor allem mehr Plätze in Stoßzeiten und — historisch gesehen, wenn eine Flotte auf angespannten Strecken wächst — flexiblere Frühbuchertarife. Die 540 Plätze jeder neuen Garnitur summieren sich mit der Bestellung von 50 Einheiten zur größten Kapazitätsausweitung in der Geschichte des Betreibers.

Für London–Frankfurt und London–Genf wird der Vergleich mit einem Kurzstreckenflug direkt. Fünf Stunden Zug, Stadtmitte zu Stadtmitte, ohne Sicherheitsschlangen jenseits der Fahrkartenkontrolle, ist gegenüber Low-Cost-Airlines wettbewerbsfähig, sobald Flughafenzugang und Boarding eingepreist sind. Das ist dieselbe Logik, die den Aufschwung der direkten TGV Inoui Brüssel–Basel und den Hochgeschwindigkeitsplan 2040 der Europäischen Kommission trägt.

Der größere Rahmen ist ein Jahrzehnt zugfreundlicher Politik: der EU-Hochgeschwindigkeitsplan 2040, das Deutschlandticket für 49 € im Monat und die Rückkehr der Nachtzüge in Europa gehören zur gleichen Dynamik. Celestia ist das Langstrecken- und Hochgeschwindigkeitskapitel dieser Wende.

Häufige Fragen

Wann nehmen die Eurostar-Celestia-Züge den Betrieb auf?

Die ersten Alstom-Celestia-Garnituren werden 2031 ausgeliefert, der Passagierbetrieb beginnt ab Mai 2031. Auslieferungen und Streckeneröffnungen laufen das gesamte Jahrzehnt 2030 hindurch weiter.

Wie viele Fahrgäste befördert jeder neue Eurostar?

Jede Celestia-Garnitur ist für rund 540 Fahrgäste ausgelegt, etwa 20 % mehr als die heutigen e320. Über die gesamte Bestellung von 50 Einheiten strebt Eurostar eine Kapazitätssteigerung von rund 30 % an.

Fährt Celestia wirklich nach Frankfurt und Genf?

Die Verbindungen London–Frankfurt (über Köln) und London–Genf sind geplant und durch unterzeichnete Absichtserklärungen sowie einen Beschluss des Schweizer Bundesrats 2026 abgesichert, hängen aber weiterhin von der Kapazität in Temple Mills, bilateralen Abkommen und Grenzformalitäten ab. Die veröffentlichten Zielfahrzeiten sind etwa 5 h nach Frankfurt und 5 h 20 nach Genf.

Was kostet die neue Eurostar-Flotte?

Der Vertrag zwischen Eurostar und Alstom hat ein Volumen von rund 2,7 Milliarden Euro für 50 Züge, unterzeichnet im Oktober 2024.

Sind die neuen Züge umweltfreundlicher?

Ja. Celestia ist für 100 % erneuerbaren Strom ausgelegt und soll den Energieverbrauch pro Fahrgast im Vergleich zur heutigen e320-Flotte um rund 30 % senken.

Muss man auf den neuen Strecken mit Post-Brexit-Kontrollen rechnen?

Grenz- und Sicherheitsregelungen für jede neue direkte Verbindung London–Kontinent werden bilateral ausgehandelt. Das bestehende Modell London–Paris/Brüssel zeigt den Weg: Ticket, Pass und Schengen-Kontrollen sind im Bahnhof integriert. Die Absichtserklärungen von 2026 greifen das Thema ausdrücklich auf, die endgültigen Verfahren werden jedoch Strecke für Strecke festgelegt.

Zusammenfassung

  • 50 neue Alstom-Celestia-Züge für rund 2,7 Mrd. € bestellt; erste Inbetriebnahme im Mai 2031.
  • Celestia ist der erste Doppelstockzug von Eurostar, mit ~540 Plätzen pro Garnitur und dem Ziel von +30 % Kapazität.
  • London–Frankfurt (~5 h) und London–Genf (~5 h 20) sind die wichtigsten neuen Strecken, gestützt auf eine Absichtserklärung vom Mai 2026 mit SBB und SNCF sowie einen Beschluss des Schweizer Bundesrats vom Juni 2026.
  • Der Engpass ist die Kapazität des Depots Temple Mills in London, die derzeit unter mehreren Open-Access-Bewerbern reguliert wird.
  • Für Reisende bedeutet das mehr Sitzplätze, mehr Direktverbindungen von Stadtmitte zu Stadtmitte und ein stärkeres Argument Zug gegen Flugzeug auf den langen Westeuropa-Distanzen.

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