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Koralmbahn: Graz–Klagenfurt in 45 Minuten mit der Bahn

Die Koralmbahn verbindet Graz und Klagenfurt in rund 45 Minuten durch den 33 km langen Koralmtunnel – mit bis zu 29 ÖBB-Verbindungen pro Tag je Richtung.

Kurze Antwort: Die Koralmbahn ist eine neue 127 km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke in Österreich, eröffnet am 14. Dezember 2025. Sie verbindet Graz und Klagenfurt in rund 45 Minuten — statt knapp drei Stunden — und durchquert die Alpen im 33 km langen Koralmtunnel. Die ÖBB fährt nun bis zu 29 Verbindungen pro Tag je Richtung und bringt damit erstmals zwei Landeshauptstädte in tägliche Pendeldistanz.

Jahrzehntelang bedeutete die Verbindung zwischen Graz, der Hauptstadt der Steiermark, und Klagenfurt, der Hauptstadt Kärntens, eine langsame, kurvige Bahnfahrt von rund drei Stunden — oder einen Umweg nach Norden über Bruck an der Mur, weil es durch die Berge keine direkte Strecke gab. Die Koralmbahn ändert das vollständig. Nach 27 Jahren Bauzeit und mehreren Milliarden Euro Investition ging Österreichs größtes Bahnprojekt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 in Betrieb und hat die Landkarte des Südens leise neu gezeichnet.

Was die Hochgeschwindigkeitsstrecke Koralmbahn wirklich ist

Die Koralmbahn ist eine 127 km lange, zweigleisige und elektrifizierte Hochgeschwindigkeitsstrecke, gebaut für Züge mit bis zu 250 km/h. Sie verbindet Graz Hauptbahnhof und Klagenfurt Hauptbahnhof mit 12 Bahnhöfen entlang der Strecke und ist sowohl für schnelle Personenzüge als auch für schweren Güterverkehr ausgelegt.

Das Herzstück ist der Koralmtunnel, eine 33 km lange Röhre unter dem Koralpe-Massiv, das die Steiermark von Kärnten trennt. Er ist der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt — zwei eingleisige Röhren, alle 500 Meter durch Querschläge verbunden, mit einer Nothaltestelle auf halber Strecke. Der Vortrieb dauerte Jahre; das Gesamtprojekt wurde bereits 1999 angestoßen, der Kärntner Abschnitt ging im Dezember 2023 für den Nahverkehr in Betrieb, die gesamte Strecke im Dezember 2025.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Die schnellsten ÖBB Railjet verbinden Graz und Klagenfurt nun in rund 41 bis 45 Minuten, gegenüber drei Stunden zuvor. Die ÖBB plante schon zum Start rund 29 Verbindungen pro Tag je Richtung — und machte aus einer seltenen Fahrt etwas, das man spontan unternimmt, für die Arbeit oder einen Ausflug. Um diesen Preis mit einem Bus oder einer Mitfahrt auf derselben Strecke zu vergleichen, kannst du alle Optionen auf Gopaxo vergleichen auf einem einzigen Bildschirm.

Ein ÖBB-Railjet-Zug vor schneebedeckten österreichischen Bergen

Warum 45 Minuten statt drei Stunden alles verändert

Eine Fahrt von 180 auf 45 Minuten zu verkürzen, ist nicht nur Komfort: Es verändert, wie eine Region funktioniert. Graz (rund 300.000 Einwohner) und Klagenfurt (rund 100.000) waren getrennte Arbeits- und Studienräume. Mit einer Fahrt von unter einer Stunde ergeben Pendeln, Uni-Wege und Geschäftsreisen zwischen beiden plötzlich mit der Bahn Sinn, und die neuen Bahnhöfe Weststeiermark und Lavanttal wirken als regionale Drehscheiben, die die Schnellstrecke aus den umliegenden Orten speisen.

Es gibt auch einen Klimaaspekt. Ein 45-minütiger Elektrozug ist für das Auto auf der A2 über den Packsattel schwer zu schlagen, besonders im Winter. Jede Fahrt, die von der Straße auf die Schiene wandert, ist ein kleiner Gewinn für die Emissionen des Südens Österreichs und passt zum europäischen Bestreben, die Bahn auf Mitteldistanzen zur Standardwahl zu machen — dieselbe Logik, die das Comeback der Nachtzüge in Europa antreibt.

Das große Ganze: der Baltisch-Adriatische Korridor

Bei der Koralmbahn ging es nie nur um Graz und Klagenfurt. Sie ist ein Schlüsselglied des Baltisch-Adriatischen Korridors, einer der Achsen des TEN-V-Kernnetzes der Europäischen Union, der den polnischen Hafen Danzig über Wien und die Alpen mit der italienischen Adria verbindet. Indem sie den alten Umweg beseitigt, gibt die Strecke dem Güterverkehr eine schnellere, flachere Route zwischen Ostsee und Mittelmeer und führt über die Pontebbana via Tarvis und Udine nach Italien weiter.

Die ÖBB betreibt den Personenverkehr mit ihrer Flaggschiffflotte Railjet, denselben Zügen, die man auf Strecken wie Wien–München und Wien–Zürich findet. Mehr über das Unternehmen und sein Netz erfährst du im ÖBB-Anbieterprofil, bevor du buchst.

Was noch kommt: der Semmering-Basistunnel

Die Koralmbahn ist nur die Hälfte einer zweiteiligen Erneuerung des südlichen Bahnrückgrats Österreichs. Die andere ist der Semmering-Basistunnel, ein 27 km langer Tunnel unter dem historischen Semmering zwischen Wien und dem Süden, noch im Bau. Nach seiner Eröffnung werden beide Tunnel zusammen es der ÖBB erlauben, Wien und Klagenfurt in rund 2h40 zu verbinden — gegenüber knapp vier Stunden vor der Koralmbahn.

Schon heute verkürzt die Koralmbahn Wien–Klagenfurt auf rund 3h10 und — vor allem — sie erlaubt es der ÖBB, Graz und Klagenfurt mit denselben Railjet zu bedienen, statt sie auf getrennte Züge aufzuteilen. Das bedeutet mehr Takt und einfachere Anschlüsse für die ganze Region. Für längere Alpenquerungen passt sie zudem zu neuen Schnellverbindungen wie dem Hochgeschwindigkeitszug München–Rom.

So buchst du und findest den besten Preis

ÖBB-Tickets für die Koralmbahn folgen dem üblichen österreichischen Modell: Je früher man bucht, desto günstiger sind die Sparschiene-Vorausstarttarife, während am Schalter gekaufte Tickets mehr kosten, aber flexibel bleiben. Bei 29 Verbindungen pro Tag ist die Auswahl groß: Abfahrten am Mittag und in der Nebenzeit haben meist die niedrigsten Preise.

Wie immer ist die Bahn nicht automatisch die günstigste oder schnellste Tür-zu-Tür-Option für jede Reise — bei manchen Städtepaaren kann ein Bus oder eine Mitfahrt noch gewinnen. Am einfachsten stellst du sie nebeneinander: Eine Suche auf Gopaxo vergleicht Züge, Busse, Mitfahrten und Flüge für dein genaues Datum und deine Strecke, sodass du immer den wirklich niedrigsten Preis siehst, bevor du dich festlegst.

Kurz gefasst

  • Die Koralmbahn eröffnete am 14. Dezember 2025, Österreichs größtes Bahnprojekt nach 27 Jahren Bauzeit.
  • Sie verbindet Graz und Klagenfurt in rund 45 Minuten statt drei Stunden durch den 33 km langen Koralmtunnel — den sechstlängsten Eisenbahntunnel der Welt.
  • Sie ist eine 127 km lange, elektrifizierte, zweigleisige Strecke für 250 km/h, mit bis zu 29 ÖBB-Verbindungen pro Tag je Richtung.
  • Die Strecke ist Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors der EU von Danzig zur Adria und wird von ÖBB Railjet bedient.
  • Der kommende Semmering-Basistunnel wird Wien–Klagenfurt schließlich auf rund 2h40 verkürzen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Bahnfahrt Graz–Klagenfurt jetzt?

Mit der Koralmbahn verbinden die schnellsten ÖBB Railjet Graz und Klagenfurt in rund 41 bis 45 Minuten, gegenüber knapp drei Stunden auf der alten Route um die Berge.

Wann wurde die Koralmbahn eröffnet?

Die gesamte Strecke ging mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 in Betrieb, nach offiziellen Feiern in Graz und Klagenfurt am 12. und 13. Dezember. Der Kärntner Abschnitt führte schon seit Dezember 2023 Nahverkehrszüge.

Wie lang ist der Koralmtunnel?

Der Koralmtunnel ist 33 km lang und damit der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Er verläuft als zwei eingleisige Röhren unter dem Koralpe-Massiv zwischen Steiermark und Kärnten.

Welche Züge fahren auf der Koralmbahn?

Den Personenverkehr betreibt die ÖBB, vor allem mit ihrer Hochgeschwindigkeitsflotte Railjet, neben Regionalzügen. Die Strecke ist für Geschwindigkeiten bis 250 km/h ausgelegt und führt auch Güterverkehr.

Beschleunigt sie auch Züge aus Wien?

Ja. Die Koralmbahn verkürzt Wien–Klagenfurt schon jetzt auf rund 3h10. Nach Eröffnung des Semmering-Basistunnels sollten die kombinierten Ausbauten sie auf rund 2h40 drücken.

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