Kurze Antwort: Der Direktzug Budapest–Belgrad soll 2026 auf einer komplett erneuerten 350-km-Strecke zurückkehren. Sobald die Signaltechnik freigegeben ist, verbinden moderne serbische SOKO-Züge Budapest Keleti und Belgrad Centar in rund 3 Stunden 15 Minuten – zuvor waren es acht Stunden. Die Rückkehr der Direktzüge war für März 2026 geplant, verschob sich aber wegen des neuen ETCS-Systems auf mindestens Juni; bis dahin ist die Fahrt bereits mit einem Umstieg möglich.
Zum ersten Mal seit Jahren wird die Bahnverbindung zwischen zwei der am meisten unterschätzten Hauptstädte Mitteleuropas deutlich schneller. Der Direktzug Budapest–Belgrad – seit 2019 ausgesetzt, während die gesamte Strecke für Tempo 200 km/h umgebaut wurde – ist das Herzstück eines grenzüberschreitenden Ausbaus, der verändert, wie man den Balkan ohne Flug erreicht. Hier steht genau, wo das Projekt Mitte 2026 steht, wie die Fahrt aussehen wird und wie man die Route schon heute zurücklegt.
Warum der Direktzug Budapest–Belgrad zählt
Die 350 Kilometer zwischen der ungarischen und der serbischen Hauptstadt bilden den Nordabschnitt des geplanten Korridors Budapest–Belgrad–Skopje–Athen, einer strategischen Route, die Mitteleuropa mit der Ägäis verbindet. Vor dem Umbau schlichen die direkten Expresszüge über veraltete eingleisige Abschnitte und brauchten fast einen ganzen Tag. Der Personenverkehr wurde 2019 eingestellt, um die gesamte Trasse zu modernisieren.
Der Gewinn ist beträchtlich. Das erneuerte Gleis ist für bis zu 200 km/h auf dem serbischen Abschnitt und 160 km/h auf ungarischer Seite ausgelegt. Mit der Rückkehr der Direktzüge sinkt die Fahrzeit Budapest–Belgrad auf rund 3 Stunden 15 Minuten – aus einer nachtlangen Tortur wird ein bequemer Tagesausflug, und der Zug wird zur echten Alternative zu Kurzstreckenflügen. Wie die Bahn dem Flugzeug Strecken abringt, zeigt unser Beitrag zur Rückkehr der Nachtzüge in Europa.

Was sich 2026 ändert – und was sich verzögert
Hier das ehrliche Bild. Die direkten Expresszüge sollten offiziell im März 2026 wieder starten, doch Schwierigkeiten bei der Zulassung der neuen ETCS-Signaltechnik (European Train Control System) verschoben den Start auf mindestens Juni 2026, und das genaue Datum bewegte sich immer wieder. Die Infrastruktur ist im Wesentlichen fertig; der Engpass ist die Sicherheitszulassung des Steuerungssystems, die eine Konformitätsprüfung erfordert, bevor die Züge mit voller Geschwindigkeit fahren dürfen.
Wenn der Direktverkehr startet, ist der Plan großzügig:
- SOKO-Züge alle vier Stunden zwischen Budapest Keleti und Belgrad Centar in rund 3h15–3h20.
- Zwei tägliche EuroCity-Züge mit Speisewagen auf der Achse Wien–Budapest–Belgrad, die die schnelle Verbindung bis nach Österreich verlängern.
Das Rollmaterial ist der Star. Serbiens SOKO-Züge – soko bedeutet „Falke" – sind elegante Doppelstock-Einheiten des Schweizer Herstellers Stadler, bis zu 200 km/h schnell, klimatisiert, mit Steckdosen an jedem Platz, kostenlosem WLAN und Bordservice in der ersten und zweiten Klasse. Sie verkehren bereits innerhalb Serbiens und sind genau das, was ein moderner grenzüberschreitender Korridor braucht.
Wie man jetzt von Budapest nach Belgrad reist
Man muss nicht bis zur Eröffnung warten. Seit Oktober 2025 überbrückt ein schneller indirekter Dienst die Lücke, sodass die Fahrt heute mit einem einzigen, einfachen Umstieg problemlos machbar ist. Die Route lautet:
- Budapest → Szeged mit einem bequemen ungarischen InterCity (klimatisiert, 1. und 2. Klasse, Bord-Café, WLAN, Steckdosen).
- Szeged → Subotica mit einem kurzen grenzüberschreitenden Regionalzug, wo ungarische und dann serbische Grenzbeamte an Bord die Pässe kontrollieren.
- Subotica → Belgrad mit einem 200 km/h schnellen Doppelstock-SOKO über Novi Sad.
Die Ungarische Bahn (MAV) verkauft ein Durchgangsticket für die gesamte Fahrt: einmal kaufen und unterwegs umsteigen. Es ist ein Vorgeschmack auf die kommende nahtlose Direktfahrt – und der Beweis, dass das Material bereits bereitsteht, noch bevor der Fahrplan nachzieht. Sie können den Zug für Ihre Daten mit Bus und Fahrgemeinschaft vergleichen, indem Sie Ihre Route auf Gopaxo vergleichen.
Was es kostet
Die Tarife auf diesem Korridor sind nach westeuropäischen Maßstäben erfrischend günstig. Mit einem Durchgangsticket der MAV beginnt Budapest–Belgrad bei etwa 26 € in der zweiten Klasse in Vorverkaufskontingenten mit begrenzter Verfügbarkeit und steigt auf rund 45,60 € zum vollen Schaltertarif am selben Tag. Die Buchung auf die drei Abschnitte aufzuteilen, kann manchmal günstiger sein und schaltet zudem die erste Klasse im ungarischen InterCity frei – praktisch, wenn Ihnen Bord-Café und reservierter Sitzplatz wichtig sind.
Inhaber von Interrail- und Eurail-Pässen sind in allen diesen Zügen abgedeckt, mit einer kleinen Sitzplatzreservierung im InterCity und im SOKO. Wie weit ein Pass Sie diesen Sommer bringt, zeigt unser Leitfaden zum Sommerangebot des Eurail Global Pass.
Lohnt es sich, danach zu planen?
Wenn Ihre Reise flexibel ist, ja. Der indirekte Dienst bietet bereits eine malerische, erschwingliche Fahrt durch die ungarische Tiefebene und die serbische Vojvodina, und der Direktzug – sobald ETCS endlich freigegeben ist – macht Budapest–Belgrad zu einer der großen Tagesreisen Europas mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sinnvoll ist es, das aktuelle Durchgangsticket zu buchen, wenn Sie bald reisen, und die offiziellen Fahrpläne im Auge zu behalten, wenn Sie auf die umstiegsfreie Fahrt warten. So oder so ist dieser Korridor ein Musterbeispiel für ein langsam reifendes Bahnprojekt, das am Ende doch aufgeht.
Häufig gestellte Fragen
Wann fährt der Direktzug Budapest–Belgrad wieder?
Die direkten Expresszüge sollten im März 2026 wieder starten, wurden aber auf mindestens Juni 2026 verschoben, da die neue ETCS-Signaltechnik noch ihre Sicherheitszulassung benötigt. Das genaue Datum hat sich mehrfach geändert – prüfen Sie die offiziellen Fahrpläne kurz vor der Reise.
Wie lange dauert der Zug Budapest–Belgrad?
Mit der Rückkehr der Direktzüge beträgt die geplante Fahrzeit etwa 3 Stunden 15 Minuten, gegenüber fast acht Stunden vor dem Streckenumbau. Die heutige Fahrt über Szeged und Subotica dauert wegen des Umstiegs länger.
Kann man schon jetzt mit dem Zug von Budapest nach Belgrad fahren?
Ja. Seit Oktober 2025 ist die Fahrt mit einem Umstieg möglich: Budapest–Szeged per InterCity, Szeged–Subotica per Regionalzug, dann ein schneller SOKO von Subotica nach Belgrad über Novi Sad. Die Ungarische Bahn verkauft ein einziges Durchgangsticket.
Was kostet ein Zugticket Budapest–Belgrad?
Ein Durchgangsticket der MAV beginnt bei etwa 26 € in der zweiten Klasse im Vorverkauf und steigt auf rund 45,60 € zum vollen Schaltertarif. Das Aufteilen der Buchung kann günstiger sein und bietet Optionen der ersten Klasse.
Welche Züge verkehren auf der Strecke?
Die Route nutzt Serbiens SOKO-Züge – Doppelstock-Einheiten mit 200 km/h von Stadler – sowie ungarische InterCity auf den Nordabschnitten. Zwei tägliche EuroCity sind geplant, um die Direktverbindung bis Wien zu verlängern.
Kurz zusammengefasst
- Der Direktzug Budapest–Belgrad kehrt 2026 auf einer erneuerten 350-km-Strecke zurück, Teil des Korridors Budapest–Belgrad–Skopje–Athen.
- Die Direktzüge waren für März 2026 geplant, verschoben sich aber wegen der ETCS-Zulassung auf mindestens Juni 2026.
- Die geplante Fahrzeit wird rund 3h15 betragen, statt ~8 Stunden.
- Moderne SOKO-Züge (Stadler, 200 km/h, Doppelstock) fahren Budapest–Belgrad alle vier Stunden, dazu zwei tägliche EuroCity Wien–Budapest–Belgrad.
- Die Fahrt ist heute schon über Szeged und Subotica mit einem einzigen MAV-Durchgangsticket möglich, ab etwa 26 €.
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